Taufgottesdienst

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Taufstein

Für den Taufgottesdienst zweier befreundeter Familien gestalte ich ein neues Antependium für den Altar und fertige den Blumenkranz für den Taufstein. Auch die beiden Taufkerzen stammen aus meiner Werkstatt. Die Taufsprüche lauten:

»Sei mutig und entschlossen! Lass dich nicht einschüchtern und hab keine Angst, denn der Herr, dein Gott, ist mit dir in allem was du tun wirst.
Josua 1,9

»Gesegnet aber ist, der sich auf den HERRN verlässt und dessen Zuversicht der HERR ist. Der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hin streckt.
Jeremia 17,7

Mögen die beiden Täuflinge auf ihren Lebensreisen stets behütet und von Liebe getragen sein. Ich bin dankbar, ab und an ein paar Schritte mitgehen zu dürfen und dass ich diesen Taufgottesdienst mitfeiern durfte.

Antependium
Taufkerze
Taufkerze

»Wie ein Baum, am Wasser gepflanzt«

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Altartuch

Seit mehreren Jahren arbeite ich an den Vorbereitungen zu einer Serie von Paramenten. Dies sind die im Kirchenraum und in der christlichen Liturgie verwendete Textilien. Nun habe ich mein erstes Antependium (lat. ante “vor” und pendere “hängen”) aus Seide gestaltet, ein Altartuch zu Jeremia 17,7-8:

Gesegnet aber ist, der sich auf den HERRN verlässt und dessen Zuversicht der HERR ist. Der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hin streckt. Denn obgleich die Hitze kommt, fürchtet er sich doch nicht, sondern seine Blätter bleiben grün; und er sorgt sich nicht, wenn ein dürres Jahr kommt, sondern bringt ohne Aufhören Früchte.

Paramente sind nicht einfach Dekoration. Sie unterstützen die Liturgie im Wandel des Kirchenjahres und sind gemeinsam mit den anderen Kunsterwerken des Kirchenraumes Teil der Gottesverehrung. Antependien laden ein still zu werden. Sie sind ein Ruhepunkt, auf den sich der Betrachter einlässt und schaffen Raum zur Meditation. Im Verlauf des Kirchenjahres werden die Antependien entsprechend den liturgischen Farben gewechselt: Violett für die Bußzeiten im Advent und der Passionszeit, Weiß für die hohen Christusfeste Weihnachten und Ostern, Rot für Pfingsten und besondere Feste, die mit dem Wirken des Heiligen Geistes zu tun haben und Grün als Farbe des Wachstums und der Hoffnung für die ungeprägten Zeiten.

Altartuch
Altartuch
Altartuch

Mein Altartuch fand zum ersten Mal zur Hochzeit meines Bruders Verwendung und nun zu einem weiteren Gottesdienst anlässlich der Verabschiedung des Offenburger c-punkt-Leiters Helmut Ellensohn unter der Leitung von Dekan Bürkle.

England

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Bereits seit 1982 besteht die Städtepartnerschaft zwischen Offenburg und dem englischen Borehamwood Elstree, die auch schon seit vielen Jahren auf kirchlicher Ebene gepflegt wird. Der Arbeitskreis christlicher Kirchen in Offenburg (ACKO) und der Elstree and Borehamwood Christian Council (E+BCC) organisieren regelmäßig gegenseitige Besuche und pflegen vielfältige persönliche Beziehungen. Anlässlich der jährlich stattfindenden interreligiösen Woche besuchten dieses Mal Pfarrer i.R. Herbert Ebersold und Katharina Hurlebaus (aus dem Vorstandsteam der ACKO) die Partnerstadt. Erstmals war auch ich mit dabei.

Stola
Stola

Aus meinem Atelier stammte auch das Gastgeschenk der Offenburger: eine handgefertigte Seidenstola für den anglikanischen Pfarrer Richard Leslie.

Die deutschen Besucher wurden schon im gemeinsam gefeierten Gottesdienst in der anglikanischen Kirche St. Michael herzlichst begrüßt und erlebten in den folgenden Tagen ein facettenreiches Programm. Dazu gehörte der von der jüdischen Gemeinde organisierte und begangene Mizvah-Tag, ein musikalischer Abend im Pub, bei dem die deutschen Gäste Volkslieder zum Besten geben durften, eine Essenseinladung beim katholischen Pfarrer Dominic McKenna, ein Besuch der lutherischen Kirche St. Paul bei Pfarrer David Jackson und eine Führung durch die kunsthistorisch und architektonisch bedeutende Kathedrale St. Alban.

Kerze
Osterkerzen

Ein besonderes Erlebnis war der Besuch im hinduistischen Tempel, bei dem die deutschen Besucher auch nähere Bekanntschaft mit den buchstäblich heiligen Kühen machen konnten. Eine Vorstellungs- und Diskussionsrunde mit Vertretern der muslimischen, jüdischen, hinduistischen, katholischen und anglikanischen Gemeinden folgte im Rathaus von Hertsmere. Ein bunter Abend gab vor allem den Schulkindern Gelegenheit, ihren Glauben durch Tanz- und Gesangsdarbietungen vorzustellen und auch der Chor von St. Michael präsentierte mit meiner Verstärkung einige Lieder.

Neben den vielfältigen Programmpunkten gab es auch Gelegenheit, langjährige Freundschaften zu pflegen und neue Kontakte zu knüpfen. Dabei entstand auch eine ganz besondere Ebene der Partnerschaft, denn als herzliches Dankeschön an die ereignisreichen Tage in England habe ich die neuen Osterkerzen für St. Michael und St. Paul gestaltet. Den Transport hat übrigens das Ehepaar Grady übernommen, denn Erika Grady ist gebürtig aus Oberschopfheim und war zu Weihnachten dort zu Besuch.

Cantiamo

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Der Spielmann des Herrn, 1. Strophe
Der Spielmann des Herrn, 2. Strophe
Der Spielmann des Herrn, 3. Strophe
Der Spielmann des Herrn, 4. Strophe
Der Spielmann des Herrn, 5. Strophe
Der Spielmann des Herrn, 6. Strophe
Der Spielmann des Herrn, 7. Strophe
Der Spielmann des Herrn, 8. Strophe
Der Spielmann des Herrn, 9. Strophe
Der Spielmann des Herrn, 10. Strophe

Als Dunkelheit die Welt umfing und Angst in allen Menschen war, ein Spielmann durch die Lande ging, sein Herz war rein und klar. Die Füße waren nackt und bloß, zerschlissen sein Gewand, ganz arm war er und heimatlos, kein Stab in seiner Hand. Gold und Geld nahm er nicht mit, er hatte keine Macht, er hatte nur sein helles Lied, das sang er in die Nacht. Er trat in eine Kirche ein und sah, wie sie zerfallen war. Geduldig legt er Stein auf Stein, erneuert sie wunderbar. Umarmend gab er einen Kuss, dem aussätzigen Mann. Die Welt lehrt er den Friedensgruß, den sie nicht mehr geben kann. Er ruft das Volk zum Frieden auf: “Kommt her, und hört mir zu: Schaut nicht auf euch, zum Kreuz schaut auf, dann findet ihr endlich Ruh!” Als seine Leidensstunde kam, stieg er den Berg hinan und folgte hinterm Gotteslamm auf steiler und dorniger Bahn. Und da er auf dem Gipfel stand, begann sein Herz zu sehen: Ein Mann, die Arme ausgespannt am Kreuz, so weh, so schön. Da hielt er ihm die Hände hin und macht sein Herz ganz weit. Der Mann am Kreuz verwundet ihn; welch Liebe, welches Leid! Und wie er so verwundet war. Stieg er hinab ins Tal und sang sein Lied so wunderbar und sang es überall.

Refrain: Und als die Welt im Sterben lag, erklang ein Lied von fern, vom Spielmann unseres Herrn.

Text: Johannes Schneider

“Zu dem Lied wollen wir gerne Bilder auf eine Leinwand projizieren.” So weit die Planungen unseres Projektchors “Cantiamo” zur Präsentation des Liedes “Der Spielmann des Herrn” von Johannes Schneider über das Leben des Heiligen Franz von Assisi. Die im Internet zusammengetragenen Bilder waren nur leider so unterschiedlich in Stil und Qualität, dass ich dann letztlich doch mit bewährter Seidenmalerei passende Bilder dazu gestaltet habe. Leider hatte ich dazu nur eine Woche Zeit und musste daher leider einige Anleihen machen.

Artikel im Offenburger Tageblatt

150-jähriges Bestehen des Friedhofs in Harpstedt

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150-jähriges Bestehen des Friedhofs in Harpstedt

Aus der Predigt zum 150-jährigen Bestehen des Friedhofs in Harpstedt von Pastor Werner Richter:

“[…] Der Predigttext aus den Klageliedern Jeremias kennt beides: die Betrübnis, das Aufgeben und das Gefühl, verstoßen zu sein, aber eben auch das Bekenntnis der Treue und der Erfahrung der Güte Gottes: sie ist alle Morgen neu, so sagt es der Text. Und heute haben wir ein weiteres Zeugnis vor uns, das von Hoffnung und von Zuversicht spricht.

Das Bild von Anne Fischer haben wir in der Kapelle. Heute, zum Friedhofsjubiläum wollen wir besonders darauf achten und auch auf die Botschaft hören, die darin liegt, und uns mit der Frage beschäftigen, was mir dieses Bild sagt.

Da wurzelt im Kreis der Erde ein Baum: es beginnt mit einem grünen Keimling inmitten des Kreises dieser Welt. Das Leben, das Gott schenkt, das wer uns in dieser Welt anvertraut, das er aber auch in seinen Händen hält, dass nichts und niemand verloren geht, dass niemand stürzen muss. Die Güte des Herrn hat uns gewollt und ins Leben gerufen, und seine Barmherzigkeit ist groß. Und das Grün des Keimlings ist die Farbe der jungen Saat, des neuen Lebens, des Wachstums und auch die Farbe der göttlichen Barmherzigkeit.

Und wir werden getragen: die Hände von Mutter und Vater, die Hände derer, die wir lieben, die uns lieben, die Hände Gottes selber tragen uns und geben uns Sicherheit. Und das ist besonders auf unserem Kreis der Erde entscheidend, solche Erfahrungen zu machen, denn braun ist die Farbe der Erde, einerseits der Fruchtbarkeit, aber auch der Vergänglichkeit: Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub. Es erinnert auch an die Farbe welken Laubes und dass es nicht grün bleibt, sondern dass es auch einem Ende entgegen geht.

Aber weil der Baum gehalten und getragen wird, deshalb bleibt nicht das Erdgebundene, das Vergängliche, nicht nur der Kreis der Erde. Sondern er wächst und blüht und ist eine Freude zu sehen. Und dieser Baum ist mehr als wir auf dieser Welt erwarten können: es ist nicht nur das Gründ des Aufwachsens, das doch früher oder später in das Braun des Welkens übergeht, sondern er trägt bunt und fröhlich ein prächtiges Gewand: es sind Blüten, es sind Früchte, und alles zur gleichen Zeit, und Vögel singen in seinen Zweigen. So könnte ich mir den Baum des Lebens im Paradies vorstellen: dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend: die Fülle des Lebens und auch die Freude des Lebens. […]”

Links zu Zeitungsartikeln: