Jahreslosung 2018

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Jahreslosung 2018

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben
von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
Offenbarung 21,6

Eine blaue Jahreslosung! Es geht um Wasser, lebendiges Wasser. Selbst der Hintergrund ist tiefblau. Ein Strahl Wasser fließt von rechts oben herab in die zur Schale geformten Hände. Links daneben ein Gesicht, ein Mensch, der von dem Wasser trinkt. Es läuft direkt in seinen oder ihren Mund. Das Wasser fließt über, es ist zu viel für einen, läuft über den unteren Bildrand hinaus. In der Mitte erwächst ein Baum. Nicht aus den Händen, aus dem Wasser selbst. Der Mensch tut nichts zu seinem Aufwachsen dazu. Er streckt sich nach oben und zur Seite aus, trägt blaue Blüten inmitten des üppigen Grüns. Ein Kreis aus Licht ist Teil der Krone. Lebendiges Wasser, hier wächst etwas Neues, Frucht bringendes auf.
Gott spricht. So beginnt die Jahreslosung. Gott spricht zu mir. Der Wasserstrahl ist für mich, er fließt direkt in meine ausgestreckten Hände. Nicht in irgend ein Gefäß aus dem ich schöpfen muss. Ich brauche nur die Hände zu öffnen, sie zu einer Schale formen. Ein Geschenk, in meine Hände gelegt. Umsonst. Nicht vergebens. Kostenlos. Ohne mein Zutun, ohne Vorleistung, ohne, dass ich etwas dafür leisten müsste. Es liegt an mir, es anzunehmen.

Gott will mich beschenken. Mit seinem Wort, seiner Hoffnung, seinem Trost, seiner Liebe. Er selbst tritt in eine ganz persönliche Beziehung mit mir. Der lebendige Gott meint mich. Und ja, ich habe Durst. Durst nach Leben und Liebe, Frieden und Gerechtigkeit. Nach Erfüllung und Freude. Ich sehne mich danach, von Liebe trunken zu sein. Die Anforderungen meines Lebens, die großen und die ganz persönlichen machen mich durstig, lassen mich regelrecht austrocknen zu Zeiten. Vieles muss ich aushalten, ertragen. Das nimmt mir oft genug die Lebenskraft. Und dann dieses Geschenk des lebendigen Wassers, kühl und frisch. Nur die Hände ausstrecken und trinken. So viel ich brauche. Und es ist überreich vorhanden von dem Wasser, es sammelt sich am unteren Bildrand zu einem Strom, der zu beiden Seiten davon fließt.

Aus diesem Wasser erwächst etwas Neues, Frucht bringendes. Egal, ob es getrunken wird, oder nicht. Daher wurzelt der Baum in dem Wasserstrahl, noch bevor dieser die Hände erreicht. Ein Baum, der blüht und Frucht bringt, der nicht nur zum Himmel aufwächst, sondern auch Äste zur Seite hervorbringt. Die Baumsymbolik ist umfassend. Verwurzelt sein, Wachstum, Blüte, Frucht bringen, Verbindung zum Himmlischen, Veränderung, immer wieder Neu werden, Leben spendend. Dies und mehr vereint sich darin.

Teil des Baumes ist eine Lichtkugel. Licht als Wegweiser, als lebensnotwendiges Element, gerade wie das Wasser. Als Zeichen für das Licht Christi in meinem Leben. Auch das Kreuz findet sich in der Gestaltung des Baumes. Fast so, als würde da einer mit offenen Armen stehen und mich einladen, zu ihm zu kommen und in seinem Licht, seinem Schatten zu ruhen.

Was kann aufwachsen in meinem Leben und Frucht bringen durch das Geschenk des lebendigen Wassers. Was verändert sich für mich, wenn ich davon trinke. Wird dann alles gut? Wie kann mein Durst gestillt werden durch Gottes Zusagen und Zeichen. Und wie stärkt es mich auf den Wegen, die im neuen Jahr vor mir liegen.

Lebendige Steine – Paramente für die Cyriaksruine Camburg

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Bei meinem ersten Besuch in Camburg/Thüringen zeigte mir Pfarrer Michael Greßler alle seine Kirchen und die wundervolle Landschaft ringsherum. Und auch die Cyriakskirche, eine Ruine mitten im Wald. Den Altarstein haben sie gefunden und wieder aufgerichtet. Schon einmal hatte Pastorin Beate Stutter ein Antependium (Altarbehang) aus meiner Werkstatt zum Gottesdienst dorthin mitgebracht. Regelmäßig finden hier Feste und Gottesdienste statt. Der Wunsch von Pfarrer Michael Greßler an mich damals war: »Mach uns was Schönes für diesen Altar, mit Steinen, Grün und Rot, Licht und einem Kreuz!« Und so habe ich nachgespürt und gezeichnet und probiert.

Lebendige Steine
Lebendige Steine

Im Zentrum das Kreuz. Nicht mächtig und erschlagend. Warm, einladend. Jesus, zu dir kann ich so kommen wie ich bin. Darf alles vor dir ablegen, was mir auf dem Herzen liegt. Dein Licht verwandelt mich. Ich male und schneide und nähe die Bitte um Segen in meine Arbeit. Dass das Antependium zum fröhlichen Ruhepunkt am Altar werden kann. Dass es Mut weckt und jedem Einzelnen sagt: Gott will dich mit all deinen Farben, mit deinem Licht und deinem Schatten, als lebendigen Stein.

Fast ein Jahr dauerte es, bis die Gemeinde das fertige Antependium einweihen konnte. Es ist aus bemalter Seide gearbeitet. Diese habe ich in Stücke geschnitten und wieder zusammen genäht. Pfarrer Michael Greßler hat eine wundervolle Predigt dazu gehalten. Einführung des Antependiums war 2015 am sogenannten Israelsonntag (10. Sonntag nach Trinitatis). Der Gottesdienst war gleichzeitig auch der Beginn der Kurrendechorfahrt. So finden sich auch alle drei Themen in der Predigt.

Zum Sommergottesdienst 2016 konnte ich auch die beiden passenden Stolen übergeben. Auf dem Foto tragen sie Pfarrer Jörg Humboldt und Pfarrer Roland Herrig.

Lebendige Steine
Lebendige Steine

Das Antependium wird auch zu anderen Anlässen als den Gottesdiensten in der Cyriaksruine genutzt, was mich sehr freut. So habe ich schon Fotos vom Erntedankgottesdienst oder Hochzeit und Taufe mit dem Antependium und passender Stola gesehen.

»Kerz und anderes mit Herz«

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»Kerz und anderes mit Herz«

Wann immer sich die Gelegenheit bietet, gebe ich Kerzen mit kleinen Beschädigungen an Seelsorger und Seelsorgerinnen meines Vertrauens weiter, die die Kerzen dann an einen Menschen verschenken dürfen, der gerade besonders ein Licht in seinem Leben braucht. Manchmal verschicke und verschenke ich nicht nur Kerzen. Diesmal ist es ein Tischband, das ich vor einiger Zeit zu einem anderen Anlass gefertigt habe. Nachdem sich das Seelsorgeteam der Kinderklinik Hannover eine Dekoration für den Tauftisch gewünscht hat, geht dieses Tischband nun an die dortige Kinderintensivstation.

Jahreslosung 2017

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Jahreslosung 2017

Gott spricht:
Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.
Ezechiel 36,26 (Einheitsübersetzung)

Nahezu alle Darstellungen der neuen Jahreslosungen bilden ein Herz ab. Dieses Symbol für Liebe und Herzschmerz. Möglichst in Rot und ein bisschen kitschig. Denn davon handelt ja wohl dieser Satz aus der Bibel: ein neues Herz, ein bisschen »Wir-haben-uns-alle-lieb« und dann wird schon alles gut. Einmal mehr ein besserer Mensch werden. Dazu noch einige Geschichten von tatsächlichen neuen Herzen, von ergreifenden Begebenheiten. Diese Geschichten gehen zu Herzen, rühren mich zu Tränen. Und dann ist sie vergessen, die Jahreslosung, denn das Jahr ist voll mit vielem Anderen, das bepredigt wird und das meinen Alltag ausmacht.

Und dann dieses Motiv. Kein Herz weit und breit. Immerhin eine Taube, die wohl für den Geist durchgeht. Rot gerade mal als eine von buchstäblich allen Farben des Regenbogens. Aber kein Herz. Statt dessen zwei, die Brot und Kelch in den Händen haben, die sich unter dem Kreuz begegnen. Darüber im Himmelblau der Regenbogen aufgespannt und die Taube mit dem Olivenzweig im Schnabel. Dabei zielt der Begriff Herz (hebräisch leb/lebab) in der Hebräischen Bibel weniger auf Stimmung und Gefühl, sondern vielmehr auf Vernunft, Planen und Wollen ab. Vielleicht lässt es sich heute als »mit Herz und Verstand« lesen und somit beides zusammen bringen. Herz und Verstand können überfließen vor Begeisterung, Kraft und Lebensfreude. In jedem Menschen ist die schöpferische und inspirierende Geisteskraft Gottes angelegt. Gestaltendes kreatives Potenzial. Aber das, was das Leben mit sich bringt, kann entmutigen, verletzen und an den Kräften zehren. Das Herz kann eng und müde werden, verhärmen oder gar versteinern. Der Geist kann stumpf und kraftlos werden, manches einem sogar buchstäblich den Verstand rauben.

Gott kann gut etwas anfangen mit verlorenem Leben, zerbrochenen Beziehungen, müden Gemeinden und ausgebrannten Herzen. Gott erneuert. Schon einmal gab es einen sichtbaren neuen Anfang. Nach der Sintflut. Erst das Zeichen der Hoffnung und des Vertrauens, das die Taube mit diesem Olivenzweig im Schnabel zu den Menschen auf die Arche brachte. Und dann der Regenbogen als Zeichen des Versprechens, des neuen Anfangs. Und auch heute noch leuchtet er auf, mitten in den Stürmen des Lebens. Ein Zeichen der Ermutigung, der Hoffnung, des Vertrauens. So sind auch diese beiden Menschen umgeben von einem Regenbogen, der am Himmel in allen Farben leuchtet. Darüber die Taube mit dem Olivenzweig. Die Taube auch als Symbol für den Heiligen Geist. In dieser Darstellung kommt er nicht mit Brausen, sondern mit einer stillen Kraft. Übergroß ist die Taube im Verhältnis zu den Personen, als würde sie schützend die Flügel über sie breiten, sie umhüllen mit Frieden und Zuversicht. Ein neues Herz, das schlägt und fühlt und lebendig ist. Ein neuer Geist, der Müdes belebt, Ausgebranntes neu entfacht, Kaltes erwärmt, Verhärtetes tröstet und auflöst. Ein Geist, unter dessen Fittichen ein geschützter Raum entsteht für Trauer, Schmerz und Verwandlung. Für einen neuen Anfang. Der neue Ideen bringt und die Phantasie beflügelt und der auch hilft, konkret zu werden, zu ordnen und zu planen. Ein Geist, der einen den eigenen Herzschlag wieder spüren lässt.

Unter dem Kreuz zwei Menschen, die sich begegnen. Still, einander zugewandt. Brot und Kelch halten sie in den Händen, auf Höhe des Herzens. Von Herzen reichen sie sich die Gaben. Bringen dar, was sie sind und was sie ausmacht, begegnen sich im Abendmahl. Braun und Grün sind die Farben des Mannes. Verwurzelt in der Erde, mit beiden Beinen auf dem Boden. Wachsend, reifend, grünend. Pfingstliches Rot die Farbe der Frau. Die Farbe des Blutes, des Lebens. [Jesus] sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. […] Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Ein geradezu intimer Moment, wie sich die beiden Menschen da unter dem Kreuz begegnen, sich als Gemeinde im Abendmahl stärken, trösten und ermutigen. Da erwächst etwas Neues in den Herzen jedes einzelnen und in der Gemeinde. Das Abendmahl, ein Geschenk. Zur Begegnung, zur Erneuerung, zur gemeinsamen Feier. Zum Loslassen und Kraft tanken. Gemeinschaftlich, versöhnend, stärkend, liebevoll. Der Heilige Geist erneuert Freude, Lachen, Trost und Liebe. Das ist es, was auch die Gemeinden lebendig macht.

Das gesamte Motiv ist durchzogen vom Kreuz. Dem großen Symbol der Liebe Gottes zu den Menschen. Es wirkt auch, wie ein Fensterkreuz. So dass aus der Kreisfläche ein Himmelsfenster wird. Das neue Herz und der neue Geist bringen eine Ahnung vom Himmlischen, während sich die beiden Personen fest auf dem Boden stehend begegnen. Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Diese Zusage kommt nicht von irgend jemandem, sondern von Gott selbst. Ein Versprechen von ihm an mich. Die Jahreslosung lädt ein, sie mitzunehmen. Durch das ganze Jahr hindurch. Ihr nachzuspüren und damit auch dem Geschenk des neuen Herzens und des neuen Geistes.

Eingezeichnet in Gottes Hand

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Eingezeichnet in Gottes Hand

Fürchte dich nicht!
Ich habe dich
bei deinem Namen gerufen,
eingezeichnet bist du
in meine Hand.

Im Herbst 2013 habe ich für meine eigene Taufe ein Motiv entworfen. Für das Antependium (den Altarbehang) und die Stola meiner Taufpfarrerin Monika Wirthle. Und für das von Andreas Harder-Matern so wundervoll gestaltete Gottesdienstheft und die dazu passenden Karten.

Das Motiv bedeutet mir sehr viel. Es ist reduziert auf wenige, sehr ausdrucksstarke österliche Symbole. Im Zentrum das Kreuz, das Zentrum meines christlichen Glaubens. Daneben die Dornenkrone, die aufgelöst wird von einer Taube, dem Heiligen Geist, dem Tröster. Dies steht für die Veränderung, die mit dem Osterfest geschehen ist, der Tod ist überwunden, das Schwere, Belastende und Verletzende wird von Jesus selbst gewandelt. Der Untergrund ist ein leuchtendes Blau. Himmelsblau. Tränenblau. Taufwasserblau. Kein pastelliges Schönwetterwolkenblau. Ein strahlendes, durchdringendes, erdverbundenes Blau. Es verbindet Himmel und Erde. Das Kreuz aus krummen und gebogenen Linien gibt dem Motiv den Rahmen. In ihm verbinden sich alle Farben des Lebens. Eine fröhliche, herzliche Einladung, sich dem Kreuz und der Liebe Jesu zuzuwenden. Für alle und alles ist Raum in seiner eigenen Farbe und Form.

Eingezeichnet in Gottes Hand
Eingezeichnet in Gottes Hand
Eingezeichnet in Gottes Hand
Eingezeichnet in Gottes Hand

Meine Taufpatin Sr. Angelika hatte sich gleich in das Motiv verliebt. Als sie Anfang dieses Jahres unerwartet plötzlich verstarb, habe ich die Trauerkerze für sie mit diesem Motiv versehen.

Eingezeichnet in Gottes Hand
Eingezeichnet in Gottes Hand

Auch für einige Osterkerzen dieses Jahr durfte ich das Motiv gestalten. Für den Europapark in Rust, die Auferstehungsgemeinde in Kirchheim Teck, die Bartholomäus-Gemeinde in Ansbach und die Kapelle der Josefsklinik Offenburg. Dort wurde die Kerze in einem wundervollen Gottesdienst durch Pfarrer Richard Huber geweiht.

Eingezeichnet in Gottes Hand
Eingezeichnet in Gottes Hand

Zuletzt durfte ich die Kerze mit diesem Motiv gemeinsam mit anderen in das Kerz-mit-Herz-Projekt zu Pfarrer Peter Michael Schmudde geben, sodass sie noch einmal zum Lichtbringer werden kann.

Osterkerzen für die Evangelische Stadtkirche Offenburg

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Kanzel der Evangelischen Stadtkirche Offenburg
Osterkerze 2014
Osterkerze 2015

An der Außenseite der Kanzel der Evangelischen Stadtkirche Offenburg sind die vier Evangelisten in das Holz eingeschnitzt. Seit 2014 sind diese Darstellungen Grundlage der jeweiligen Osterkerze. Alle Evangelisten sind als Schreibende mit einem Buch und teilweise mit einer Schreibfeder dargestellt. Darüber hinaus hat jeder Evangelist ein eigenes Symbol, das ihm zugeordnet wird. Matthäus, der Mensch oder Menschensohn. Markus, der Löwe. Lukas, der Stier. Und Johannes, der Adler. Um das Motiv der Osterkerze zu gestalten, habe ich jeweils noch ein zentrale Bild aus dem entsprechenden Evangelium in den Hintergrund gesetzt. Die Taufe Jesu durch Johannes, den Täufer (Markus, 2014), die Bergpredigt (Matthäus, 2015) und das Gleichnis vom Verlorenen Sohn (Lukas, 2016).

Osterkerze 2016
Entzündung der Osterkerze 2016

In jedem Jahr wird die Osterkerze bei der gemeinsamen Auferstehungsfeier in der Katholischen Kirche St. Martin am Osterfeuer entzündet. Danach zieht sie zum feierlichen Ostergottesdienst in die Evangelische Stadtkirche ein, in der sie bis zur Karwoche des folgenden Jahres zu allen Gottesdiensten entzündet wird.

Jahreslosung 2016

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Jahreslosung 2016

Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet;
ja, ihr sollt an Jerusalem getröstet werden.
Jesaja 66,13

Ein schwieriger Satz. Gleichermaßen für Mütter und Kinderlose. Die einen machen sich Vorwürfe, weil sie nicht einem romantisch-perfekten, gar göttlichen Mutterbild entsprechen. Die anderen sind untröstlich, weil sie keine Kinder haben. Ein schwieriger Satz für jene, die selbst mütterlichen Trost vermisst haben oder vermissen. Und für jene, die auf Gottes mütterlichen Trost gehofft haben und diesen nicht verspüren. Das hebräische Wort für »trösten« (nicham) meint in der Grundbedeutung »heftig atmen«. Dem anderen so nahe sein, dass er meinen Atem spürt und ich seinen. Den anderen auf- und durchatmen lassen. Dem anderen einen befreienden Stoßseufzer erlauben. So steht auch die mütterlicher Figur in der Darstellung von Anne Fischer ganz nah, etwas versetzt hinter der männlichen Person. So nah, dass sie seinen Atem fühlen kann, dass sie ihn ebenso stützen und mit der Hand an seiner Schulter aufrichten kann. Ein inniger, sogar intimer Moment, wie sie beieinander stehen. Da hat es Raum für den befreienden Seufzer, für Tränen, für die wütend in der Hosentasche geballten Fäuste. Zeit und Raum für alles, was es braucht.

Das deutsche Wort »Trost« ist eng verwandt mit »treu« und »trauen«. Und es klingt nach »trust«, dem englischen Wort für Vertrauen. Trost, das hat mit Vertrauen zu tun, mit Treue und Standfestigkeit. Da stehen die beiden, fest auf dem Boden, mitten im Leben. Nicht jeden lässt man so nah an sich ran, vor allem nicht, in verletzten und verletzlichen Zeiten des Lebens. Nicht von jedem kann man sich trösten lassen und nicht von jedem Zuspruch und Ermutigung ertragen. Da braucht es Vertrauen und Beständigkeit. In der Beziehung zwischen den Menschen ebenso wie in der Beziehung mit Gott. Dann kann Trost getrost machen. Weiterlesen →

Pultbehang für die Notkirche Alt-Saarbrücken

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Pultbehang für die Notkirche Alt-Saarbrücken

Im November 2013 hatte die Gemeinde der Notkirche in Alt-Saarbrücken bereits das Antependium zum biblischen Spruch aus Hebräer 13,14 »Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir« erworben.

Nun durfte ich dazu passend noch einen Pultbehang und auch die Osterkerze mit dem gleichen Motiv gestalten. Im August werde ich wieder in Saarbrücken zu Gast sein und dann auch sicher ein Foto vom Kirchenraum mit Antependium, Pultbehang und Kerze mitbringen.

Trauerkerzen für den Musikverein Ichenheim

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Trauerkerzen für den Musikverein Ichenheim

Alljährlich gedenkt der Musikverein Ichenheim mit einem Gottesdienst in der Kirche St. Nikolaus der im vergangenen Jahr verstorbenen Mitglieder. Schon seit einigen Jahren fertige ich dazu die Kerzen mit dem Logo des Musikvereins, den Namen und entsprechenden Sterbedaten an. Sie werden an der Osterkerze entzündet, in Erinnerung an das Sterben und Auferstehen Jesu. Nach dem Gottesdienst erhalten die Angehörigen die Kerzen.

Vertraut den neuen Wegen

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Vertraut den neuen Wegen
Vertraut den neuen Wegen

Nach der Verabschiedung von Pfarrerin Monika Wirthle im Januar, wurde heute in der Kapelle des Offenburger Klinikums Diakonin Martina Herrmann als Klinikseelsorgerin eingeführt. Zu diesem Anlass hatte ich wieder den Altar gestaltet. Diesmal mit einem zweiteiligen Antependium. Die Motive »Hören« und »Helfen« stammen im Original nicht von mir. Ich hatte sie irgendwo abgezeichnet und dann für die Seidenmalerei weiter bearbeitet. Vom Stil her könnten es auch zwei Glasfenster sein. Auf jeden Fall fand das ungewöhnliche Antependium großen Anklang. Das Foto zeigt Diakonin Martina Herrmann mit Pastoralreferent Andreas Pfeffer und Dekan Frank Wellhöner.