Wander-Antependium

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Wander-Antependium 2018

Nachdem das Projekt im Jahr 2014 bereits auf großes Interesse gestoßen war, gibt es auch für 2018 wieder ein Wander-Antependium. Dieser Altarbehang zur Gestaltung der neuen Jahreslosung darf und soll durch das ganze Jahr hindurch ausgeliehen und bepredigt werden und soll Gottesdienste, Gemeindeabende und Konfirmandengespräche bereichern. Zusätzlich kann auch ein Kanzel-, bzw. Pultbehang mit dem gleichen Motiv ausgeliehen werden.

Jahreslosung 2018

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Jahreslosung 2018

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben
von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
Offenbarung 21,6

Eine blaue Jahreslosung! Es geht um Wasser, lebendiges Wasser. Selbst der Hintergrund ist tiefblau. Ein Strahl Wasser fließt von rechts oben herab in die zur Schale geformten Hände. Links daneben ein Gesicht, ein Mensch, der von dem Wasser trinkt. Es läuft direkt in seinen oder ihren Mund. Das Wasser fließt über, es ist zu viel für einen, läuft über den unteren Bildrand hinaus. In der Mitte erwächst ein Baum. Nicht aus den Händen, aus dem Wasser selbst. Der Mensch tut nichts zu seinem Aufwachsen dazu. Er streckt sich nach oben und zur Seite aus, trägt blaue Blüten inmitten des üppigen Grüns. Ein Kreis aus Licht ist Teil der Krone. Lebendiges Wasser, hier wächst etwas Neues, Frucht bringendes auf.
Gott spricht. So beginnt die Jahreslosung. Gott spricht zu mir. Der Wasserstrahl ist für mich, er fließt direkt in meine ausgestreckten Hände. Nicht in irgend ein Gefäß aus dem ich schöpfen muss. Ich brauche nur die Hände zu öffnen, sie zu einer Schale formen. Ein Geschenk, in meine Hände gelegt. Umsonst. Nicht vergebens. Kostenlos. Ohne mein Zutun, ohne Vorleistung, ohne, dass ich etwas dafür leisten müsste. Es liegt an mir, es anzunehmen.

Gott will mich beschenken. Mit seinem Wort, seiner Hoffnung, seinem Trost, seiner Liebe. Er selbst tritt in eine ganz persönliche Beziehung mit mir. Der lebendige Gott meint mich. Und ja, ich habe Durst. Durst nach Leben und Liebe, Frieden und Gerechtigkeit. Nach Erfüllung und Freude. Ich sehne mich danach, von Liebe trunken zu sein. Die Anforderungen meines Lebens, die großen und die ganz persönlichen machen mich durstig, lassen mich regelrecht austrocknen zu Zeiten. Vieles muss ich aushalten, ertragen. Das nimmt mir oft genug die Lebenskraft. Und dann dieses Geschenk des lebendigen Wassers, kühl und frisch. Nur die Hände ausstrecken und trinken. So viel ich brauche. Und es ist überreich vorhanden von dem Wasser, es sammelt sich am unteren Bildrand zu einem Strom, der zu beiden Seiten davon fließt.

Aus diesem Wasser erwächst etwas Neues, Frucht bringendes. Egal, ob es getrunken wird, oder nicht. Daher wurzelt der Baum in dem Wasserstrahl, noch bevor dieser die Hände erreicht. Ein Baum, der blüht und Frucht bringt, der nicht nur zum Himmel aufwächst, sondern auch Äste zur Seite hervorbringt. Die Baumsymbolik ist umfassend. Verwurzelt sein, Wachstum, Blüte, Frucht bringen, Verbindung zum Himmlischen, Veränderung, immer wieder Neu werden, Leben spendend. Dies und mehr vereint sich darin.

Teil des Baumes ist eine Lichtkugel. Licht als Wegweiser, als lebensnotwendiges Element, gerade wie das Wasser. Als Zeichen für das Licht Christi in meinem Leben. Auch das Kreuz findet sich in der Gestaltung des Baumes. Fast so, als würde da einer mit offenen Armen stehen und mich einladen, zu ihm zu kommen und in seinem Licht, seinem Schatten zu ruhen.

Was kann aufwachsen in meinem Leben und Frucht bringen durch das Geschenk des lebendigen Wassers. Was verändert sich für mich, wenn ich davon trinke. Wird dann alles gut? Wie kann mein Durst gestillt werden durch Gottes Zusagen und Zeichen. Und wie stärkt es mich auf den Wegen, die im neuen Jahr vor mir liegen.

Jahreslosung 2017

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Jahreslosung 2017

Gott spricht:
Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.
Ezechiel 36,26 (Einheitsübersetzung)

Nahezu alle Darstellungen der neuen Jahreslosungen bilden ein Herz ab. Dieses Symbol für Liebe und Herzschmerz. Möglichst in Rot und ein bisschen kitschig. Denn davon handelt ja wohl dieser Satz aus der Bibel: ein neues Herz, ein bisschen »Wir-haben-uns-alle-lieb« und dann wird schon alles gut. Einmal mehr ein besserer Mensch werden. Dazu noch einige Geschichten von tatsächlichen neuen Herzen, von ergreifenden Begebenheiten. Diese Geschichten gehen zu Herzen, rühren mich zu Tränen. Und dann ist sie vergessen, die Jahreslosung, denn das Jahr ist voll mit vielem Anderen, das bepredigt wird und das meinen Alltag ausmacht.

Und dann dieses Motiv. Kein Herz weit und breit. Immerhin eine Taube, die wohl für den Geist durchgeht. Rot gerade mal als eine von buchstäblich allen Farben des Regenbogens. Aber kein Herz. Statt dessen zwei, die Brot und Kelch in den Händen haben, die sich unter dem Kreuz begegnen. Darüber im Himmelblau der Regenbogen aufgespannt und die Taube mit dem Olivenzweig im Schnabel. Dabei zielt der Begriff Herz (hebräisch leb/lebab) in der Hebräischen Bibel weniger auf Stimmung und Gefühl, sondern vielmehr auf Vernunft, Planen und Wollen ab. Vielleicht lässt es sich heute als »mit Herz und Verstand« lesen und somit beides zusammen bringen. Herz und Verstand können überfließen vor Begeisterung, Kraft und Lebensfreude. In jedem Menschen ist die schöpferische und inspirierende Geisteskraft Gottes angelegt. Gestaltendes kreatives Potenzial. Aber das, was das Leben mit sich bringt, kann entmutigen, verletzen und an den Kräften zehren. Das Herz kann eng und müde werden, verhärmen oder gar versteinern. Der Geist kann stumpf und kraftlos werden, manches einem sogar buchstäblich den Verstand rauben.

Gott kann gut etwas anfangen mit verlorenem Leben, zerbrochenen Beziehungen, müden Gemeinden und ausgebrannten Herzen. Gott erneuert. Schon einmal gab es einen sichtbaren neuen Anfang. Nach der Sintflut. Erst das Zeichen der Hoffnung und des Vertrauens, das die Taube mit diesem Olivenzweig im Schnabel zu den Menschen auf die Arche brachte. Und dann der Regenbogen als Zeichen des Versprechens, des neuen Anfangs. Und auch heute noch leuchtet er auf, mitten in den Stürmen des Lebens. Ein Zeichen der Ermutigung, der Hoffnung, des Vertrauens. So sind auch diese beiden Menschen umgeben von einem Regenbogen, der am Himmel in allen Farben leuchtet. Darüber die Taube mit dem Olivenzweig. Die Taube auch als Symbol für den Heiligen Geist. In dieser Darstellung kommt er nicht mit Brausen, sondern mit einer stillen Kraft. Übergroß ist die Taube im Verhältnis zu den Personen, als würde sie schützend die Flügel über sie breiten, sie umhüllen mit Frieden und Zuversicht. Ein neues Herz, das schlägt und fühlt und lebendig ist. Ein neuer Geist, der Müdes belebt, Ausgebranntes neu entfacht, Kaltes erwärmt, Verhärtetes tröstet und auflöst. Ein Geist, unter dessen Fittichen ein geschützter Raum entsteht für Trauer, Schmerz und Verwandlung. Für einen neuen Anfang. Der neue Ideen bringt und die Phantasie beflügelt und der auch hilft, konkret zu werden, zu ordnen und zu planen. Ein Geist, der einen den eigenen Herzschlag wieder spüren lässt.

Unter dem Kreuz zwei Menschen, die sich begegnen. Still, einander zugewandt. Brot und Kelch halten sie in den Händen, auf Höhe des Herzens. Von Herzen reichen sie sich die Gaben. Bringen dar, was sie sind und was sie ausmacht, begegnen sich im Abendmahl. Braun und Grün sind die Farben des Mannes. Verwurzelt in der Erde, mit beiden Beinen auf dem Boden. Wachsend, reifend, grünend. Pfingstliches Rot die Farbe der Frau. Die Farbe des Blutes, des Lebens. [Jesus] sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. […] Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Ein geradezu intimer Moment, wie sich die beiden Menschen da unter dem Kreuz begegnen, sich als Gemeinde im Abendmahl stärken, trösten und ermutigen. Da erwächst etwas Neues in den Herzen jedes einzelnen und in der Gemeinde. Das Abendmahl, ein Geschenk. Zur Begegnung, zur Erneuerung, zur gemeinsamen Feier. Zum Loslassen und Kraft tanken. Gemeinschaftlich, versöhnend, stärkend, liebevoll. Der Heilige Geist erneuert Freude, Lachen, Trost und Liebe. Das ist es, was auch die Gemeinden lebendig macht.

Das gesamte Motiv ist durchzogen vom Kreuz. Dem großen Symbol der Liebe Gottes zu den Menschen. Es wirkt auch, wie ein Fensterkreuz. So dass aus der Kreisfläche ein Himmelsfenster wird. Das neue Herz und der neue Geist bringen eine Ahnung vom Himmlischen, während sich die beiden Personen fest auf dem Boden stehend begegnen. Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Diese Zusage kommt nicht von irgend jemandem, sondern von Gott selbst. Ein Versprechen von ihm an mich. Die Jahreslosung lädt ein, sie mitzunehmen. Durch das ganze Jahr hindurch. Ihr nachzuspüren und damit auch dem Geschenk des neuen Herzens und des neuen Geistes.

Jahreslosung 2016

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Jahreslosung 2016

Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet;
ja, ihr sollt an Jerusalem getröstet werden.
Jesaja 66,13

Ein schwieriger Satz. Gleichermaßen für Mütter und Kinderlose. Die einen machen sich Vorwürfe, weil sie nicht einem romantisch-perfekten, gar göttlichen Mutterbild entsprechen. Die anderen sind untröstlich, weil sie keine Kinder haben. Ein schwieriger Satz für jene, die selbst mütterlichen Trost vermisst haben oder vermissen. Und für jene, die auf Gottes mütterlichen Trost gehofft haben und diesen nicht verspüren. Das hebräische Wort für »trösten« (nicham) meint in der Grundbedeutung »heftig atmen«. Dem anderen so nahe sein, dass er meinen Atem spürt und ich seinen. Den anderen auf- und durchatmen lassen. Dem anderen einen befreienden Stoßseufzer erlauben. So steht auch die mütterlicher Figur in der Darstellung von Anne Fischer ganz nah, etwas versetzt hinter der männlichen Person. So nah, dass sie seinen Atem fühlen kann, dass sie ihn ebenso stützen und mit der Hand an seiner Schulter aufrichten kann. Ein inniger, sogar intimer Moment, wie sie beieinander stehen. Da hat es Raum für den befreienden Seufzer, für Tränen, für die wütend in der Hosentasche geballten Fäuste. Zeit und Raum für alles, was es braucht.

Das deutsche Wort »Trost« ist eng verwandt mit »treu« und »trauen«. Und es klingt nach »trust«, dem englischen Wort für Vertrauen. Trost, das hat mit Vertrauen zu tun, mit Treue und Standfestigkeit. Da stehen die beiden, fest auf dem Boden, mitten im Leben. Nicht jeden lässt man so nah an sich ran, vor allem nicht, in verletzten und verletzlichen Zeiten des Lebens. Nicht von jedem kann man sich trösten lassen und nicht von jedem Zuspruch und Ermutigung ertragen. Da braucht es Vertrauen und Beständigkeit. In der Beziehung zwischen den Menschen ebenso wie in der Beziehung mit Gott. Dann kann Trost getrost machen. Weiterlesen →

Verabschiedung von Monika Wirthle

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Wander-Antependium in der Kapelle der Josefsklinik

Zwölf Jahre diente Pfarrerin Monika Wirthle als Seelsorgerin im Klinikum Offenburg-Gengenbach und in der Offenburger Josefsklinik. Nun wird sie Offenburg verlassen und eine neue Stelle in Bremen am dortigen St.-Josefs-Stift antreten. Kollegen, Mitarbeiter, Freunde und Weggefährten feierten mit ihr zusammen einen bewegenden Gottesdienst, in dem sie auch entpflichtet wurde. Zu diesem Anlass hatte sie sich gewünscht, dass ich den Altar in der Kapelle der Josefsklinik mit dem Wander-Antependium gestalte. Auch die Osterkerze mit dem passenden Motiv (der Jahreslosung 2014 aus Psalm 73,28) hatte ich dazu aus dem Klinikum mitgebracht.

Stets den Himmel im Herzen

Persönlich kennengelernt hatten wir uns vor etwa acht Jahren, als sie mich wegen Kerzen für die Notfalltaufen im Krankenhaus ansprach. Über die Jahre wuchs eine sehr herzliche und intensive Freundschaft daraus. Vor zwei Jahren begleitete sie mich über viele Monate hinweg auf dem Weg zu meiner eigenen Taufe und bereitete mir als meine Taufpfarrerin einen wunderbaren bewegenden Gottesdienst. Auch wenn in Zukunft leider viele Kilometer das gemeinsame Gassigehen erschweren werden, wird uns diese Erfahrung und die vielen Gespräche sicher immer herzlich verbinden.

Wander-Antependium in Lahr

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Wander-Antependium in Lahr

Nach einem Jahr Wanderschaft ist das Antependium zur Jahreslosung 2014 am Altjahresabend in der Christuskirche in meinem Heimatstädtchen Lahr. Pfarrer Kieren Jäschke feiert zum Ausklang des Jahres noch einmal den Gottesdienst zum Thema »Ich aber- Gott nahe zu sein ist mein Glück«.

Liebe Gemeinde, seit 1970 wird jedes Jahr eine Losung, ein Leitvers, vom Arbeitskreis ökumenischen Bibellesens ausgesucht. »Gott nahe zu sein ist mein Glück.« Für das vergangene Jahr ist es dieses Wort aus dem Psalm 73 gewesen. Mir ist dieser Spruch immer wieder im Laufe des Jahres begegnet. Zunächst war er mir fremd. Glück – was ist, was beinhaltet das? Jeder kennt es, beschreiben lässt es sich oft schwer. Glück hat eben »viele Farben«. Das wird auch im wunderschön gestalteten Antependium von Anne Fischer deutlich, mit dem wir heute Gottesdienst feiern können. Es finden sich kräftige Farben darin. Manches Glück ist wie klares Blau. Für mich drückt sich darin Zufriedenheit und Frieden aus. Glück kann aber auch wie kräftiges Rot sein, emotional und aufregend. Manches Glück ist stiller und ruhiger wie ein bescheidenes Grün. Oder hell, gelb und freundlich. Aber manchmal liegt das Glück auch in einer dunklen Farbe verborgen. Auch in manchen dunklen Tagen findet sich manchmal etwas von dem, was man Glück nennt. Ja, Glück hat viele Farben. Und für Sie stehen diese Farben vielleicht auch für etwas ganz anderes. Glück ist eben etwas ganz persönliches! Was mich glücklich macht, das macht jemand anderen noch lange nicht glücklich! […] Aber wie kann dann die Frau auf dem Antependium von Frau Fischer der Lichtquelle so nahe kommen, die Wärme so genießen? Warum sind die Farben nicht grell und blendend? Ich glaube, der Grund liegt in dem Kreuz, das das Bild trägt und durchzieht. Das für mich im Zentrum das alles bestimmende Element des Bildes ist. Gott ist nicht nur heilig, gerecht und absolut gut, blendend helle Farbe, sondern das Kreuz verändert den Farbton! Es zeigt Gottes Liebe, die er uns am Kreuz bewiesen hat indem er für unsere Fehler, für unsere Schuld starb. Das Kreuz trägt diese Frau im Bild! Das Kreuz stellt sie und uns ins Licht. Aus ihm heraus strahlt warmes Licht. Helle Menschenfreundlichkeit. Das Kreuz ist zu Recht Fundament christlichen Glaubens, es ist Zeichen der Liebe Gottes zu uns. Das Licht, das aus ihm strahlt, besteht aus vielen warmen Farben. An ihm kann man sich wärmen. Das Kreuz trägt für mich die Wärme ins Bild, das Kreuz macht die Gegenwart Gottes angenehm, denn das Kreuz nimmt unsere Dunkelheit hinweg, das Kreuz zeigt uns, wie sehr Gott uns nah sein möchte. Und wie wir ihm nahe sein können. Liebe Gemeinde, dieses offene Geheimnis des christlichen Glaubens kommt für mich wunderbar in diesem Antependium zum Ausdruck. Und dort, wo wir es erkennen oder erspüren, da können wir in die Jahreslosung einstimmen: Gott nahe zu sein, das ist mein Glück!

Auszüge aus der Predigt zum Altjahresabend 
von Pfarrer Kieren Jäschke am 31. Dezember 2014 
in der Evangelischen Christusgemeinde Lahr

Wander-Antependium in Lahr

Nehmt einander an

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Jahreslosung 2015

In den vergangenen Jahren habe ich mich intensiv mit der künstlerischen Gestaltung der jeweiligen Jahreslosung befasst. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich niemals eine konkrete biblische Geschichte in den verschiedenen Motiven dargestellt gefunden habe. Die Losung für das Jahr 2015 bietet sich dafür jedoch in ganz besonderer Weise an.

Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.
Römer 15,7

Im Zentrum des Motivs steht Jesus. Dem blinden Mann zugewandt, den er eben geheilt hat. Aufrecht stehen sie sich gegenüber, der vormals Blinde noch mit gesenktem Kopf, aber dennoch von Angesicht zu Angesicht mit Jesus. Aufgeholfen hat dieser ihm, weggeholt von der Ecke, in der er sonst gesessen und um Almosen gebeten hat. Seine Kleidung ist grün, die Farbe der Hoffnung, des Neuen, Lebendigen, des Wachstums. Jesus hat ihn aufgerichtet, gibt ihm neues Leben. Beide sind in die Begegnung versunken, ein Beziehungskreis umfängt sie, schließt das Kreuz und das Licht mit ein.

Ein anderer Beziehungskreis. Hinter Jesus kniet eine Frau. Ihr Kleid ist rot, es ist die blutflüssige Frau. Durch ihren Zustand ist sie unrein, möglichst klein und unsichtbar macht sie sich, um durch die Menschenmenge hindurchzugelangen. Nur einmal das Gewand Jesu berühren möchte sie. Im Verlauf ihrer Geschichte wird er sich ihr zuwenden, sie ansprechen, körperlich und seelisch aufrichten. Oben im Baum einer, der sich fernhält von den Menschen. Er ist nicht gut gelitten, der Zöllner. Zachäus sitzt da, schaut zusammengesunken durch die Zweige hindurch auf die Szenen vor ihm. Vielleicht mit Sehnsucht nach solch einer Begegnung für sich selbst. Auch er in einem eigenen Beziehungskreis. Auch in seiner Geschichte wird sich Jesus ihm zuwenden, ihn ansprechen, ihm Würde verleihen und ihn aufrichten.

Alle Teile des Motivs haben eine Bedeutung. Der Baum ist ein biblisches Symbol für das Verwurzelt-Sein im Glaubensgrund, für das Wachsen, Reifen und Frucht bringen. Ein Baum verbindet Erde und Himmel. Die Flächen des Hintergrunds sind zum großen Teil blau gestaltet, der Farbe des Himmlischen. Auch Jesus trägt über dem weißen Gewand ein blaues Tuch, als Zeichen seiner Herkunft und himmlischen Zugehörigkeit. Andere Flächen im Hintergrund sind rot, die Farbe des Blutes und damit Symbol des Opfers Jesu. Die grünen Flächen stehen für die Hoffnung und das Neue, das aus den heilsamen Begegnungen hervorgeht. Goldgelb ist das Kreuz über der Begegnung Jesu mit dem Blinden als Zeichen des Lichts.

Nehmt einander an, wie Jesus euch angenommen hat. Wie wäre es, wenn ich Jesus in meiner Begegnungs-Geschichte ganz menschlich gegenüber stehen würde. Mit meinen Verwundungen, meiner Blindheit, meinen Hoffnungen und meiner Sehnsucht nach Nähe. Ich bin mir sicher, er würde mich wahrnehmen, sich mir zuwenden, mich aufrichten, mir von Angesicht zu Angesicht begegnen. So dass ich hoch erhobenen Hauptes, gesegnet, geheilt, leichter und vielleicht mit beschwingtem Schritt aus dieser Begegnung hervorgehen kann.

Um die Aufforderung in diesem Bibelwort an jeden einzelnen darzustellen, haben die Figuren keine Gesichtszüge. Es geht um meine Beziehungen und meine Begegnungen. Darum, wie der andere weitergehen kann, nachdem er mir begegnet ist und darum, ob ich mich ihm zuwenden konnte. Für diesen Augenblick. Das gilt genauso für mich, wie ergeht es mir mit dem anderen. Ist die Begegnung freundlich, respektvoll, aufmerksam, zugewandt. Vielleicht tröstend, heilsam, ermutigend. Zu Gottes Lob und weil es so gut tut, angenommen zu sein.

Wie im vergangen Jahr ist das Motiv der Jahreslosung als Plakat, Postkarte, Mini-Kalender, Lesezeichen und auf Kerzen beim LOGO-Buchversand erhältlich.

Ich werde auch wieder ein Wander-Antependium mit diesem Motiv gestalten. Ausgeliehen werden kann es dann ebenfalls über den LOGO-Buchversand.

Wander-Antependium in Kirchheim Teck

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Inzwischen hat das Wander-Antependium einiges an Abenteuern bestanden. Auf dem Weg von Berlin nach Ansbach ist es kurzerhand verschollen. Tage später wieder aufgetaucht und zwar 40 km vor dem Zielort. So weit so gut, dann aber ist es einfach wieder zurück nach Berlin. Ins Paketzentrum Rüdersdorf. Und dort waren »Betriebsferien« (ehrlich, stand in der Sendungsverfolgung), sodass es wieder einige Tage nicht auffindbar war. Bis jemand drauf kam, dass das Paket ja eigentlich nach Ansbach sollte. Schließlich ist es dort dann auch angekommen. Allerdings eben zwei Wochen später. So konnte es leider Pfarrer Rainer Grimm nicht mehr wie vorgesehen nutzen, obwohl wir uns beide sehr darauf gefreut hatten. St. Bartholomäus ist nämlich eine der Gemeinden, die dieses Jahr auch die Osterkerze mit dem Motiv der Jahreslosung aus meinem Atelier hat. Vielleicht klappt es aber später im Jahr noch.

Wander-Antependium in Kirchheim Teck
Wander-Antependium in Kirchheim Teck

Die letzten Wochen war das Wander-Antependium in Kirchheim Teck. Erst in der Christuskirche bei Pfarrer Christoph Schweikle und anschließend bei Pfarrer Gerrit-Willem Oberman in der Auferstehungskirche. Auch die Auferstehungskirche hat die Osterkerze mit dem Motiv der Jahreslosung aus meinem Atelier und so freue ich mich ganz besonders über das entstandene Foto vom Altarraum.

Liebe Frau Fischer, anbei das Foto von unserem Altar mit dem Antependium. Die Gemeinde hat das Antependium sehr begrüßt, besonders in Verbindung mit dem Ostertuch hat es sehr gut gewirkt. Mit herzlichem Dank für Ihre wirklich bereichernde Leihgabe und besten Grüßen
Christoph Schweikle

Wander-Antependium in Offenburg und Berlin

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Wander-Antependium in Offenburg
Wander-Antependium in Berlin

Dekanin Jutta Wellhöner war auf das Wander-Antependium aufmerksam geworden und hatte es für zwei Wochen für die Matthäusgemeinde in Offenburg-Weier ausgeliehen. Für mich besonders schön, da ich so auch einmal selbst einen Gottesdienst mit meinem Antependium mitfeiern konnte. Am heutigen Sonntag hat nun Pfarrerin Christina-Maria Bammel den Gottesdienst in der Gemeinde am Weinberg in Berlin mit dem Wander-Antependium gestaltet.

Pultbehang für Friedrichroda

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Pultbehang für Friedrichroda
Pultbehang für Friedrichroda
Pultbehang für Friedrichroda

Unterhaltsam sind die Telefonate mit Pastor Joachim Rohrlack allemal. Gebürtig aus Würzburg, dient er derzeit an der Christuskirche in Friedrichroda, Thüringen. Seine Begeisterung ist ansteckend, ein »Wort zum Tag« oder eine Kurzpredigt gibt es gerne auch dazu und so macht es mir besondere Freude, für die Gemeinde einen Pultbehang mit meiner Gestaltung der Jahreslosung zu fertigen. Anlass ist die Aufzeichnung und Übertragung des ERF-Fernsehgottesdienstes aus der Christuskirche am 6. April 2014.