150-jähriges Bestehen des Friedhofs in Harpstedt

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150-jähriges Bestehen des Friedhofs in Harpstedt

Aus der Predigt zum 150-jährigen Bestehen des Friedhofs in Harpstedt von Pastor Werner Richter:

„[…] Der Predigttext aus den Klageliedern Jeremias kennt beides: die Betrübnis, das Aufgeben und das Gefühl, verstoßen zu sein, aber eben auch das Bekenntnis der Treue und der Erfahrung der Güte Gottes: sie ist alle Morgen neu, so sagt es der Text. Und heute haben wir ein weiteres Zeugnis vor uns, das von Hoffnung und von Zuversicht spricht.

Das Bild von Anne Fischer haben wir in der Kapelle. Heute, zum Friedhofsjubiläum wollen wir besonders darauf achten und auch auf die Botschaft hören, die darin liegt, und uns mit der Frage beschäftigen, was mir dieses Bild sagt.

Da wurzelt im Kreis der Erde ein Baum: es beginnt mit einem grünen Keimling inmitten des Kreises dieser Welt. Das Leben, das Gott schenkt, das wer uns in dieser Welt anvertraut, das er aber auch in seinen Händen hält, dass nichts und niemand verloren geht, dass niemand stürzen muss. Die Güte des Herrn hat uns gewollt und ins Leben gerufen, und seine Barmherzigkeit ist groß. Und das Grün des Keimlings ist die Farbe der jungen Saat, des neuen Lebens, des Wachstums und auch die Farbe der göttlichen Barmherzigkeit.

Und wir werden getragen: die Hände von Mutter und Vater, die Hände derer, die wir lieben, die uns lieben, die Hände Gottes selber tragen uns und geben uns Sicherheit. Und das ist besonders auf unserem Kreis der Erde entscheidend, solche Erfahrungen zu machen, denn braun ist die Farbe der Erde, einerseits der Fruchtbarkeit, aber auch der Vergänglichkeit: Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub. Es erinnert auch an die Farbe welken Laubes und dass es nicht grün bleibt, sondern dass es auch einem Ende entgegen geht.

Aber weil der Baum gehalten und getragen wird, deshalb bleibt nicht das Erdgebundene, das Vergängliche, nicht nur der Kreis der Erde. Sondern er wächst und blüht und ist eine Freude zu sehen. Und dieser Baum ist mehr als wir auf dieser Welt erwarten können: es ist nicht nur das Gründ des Aufwachsens, das doch früher oder später in das Braun des Welkens übergeht, sondern er trägt bunt und fröhlich ein prächtiges Gewand: es sind Blüten, es sind Früchte, und alles zur gleichen Zeit, und Vögel singen in seinen Zweigen. So könnte ich mir den Baum des Lebens im Paradies vorstellen: dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend: die Fülle des Lebens und auch die Freude des Lebens. […]“

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